Wo die Traube die Hauptrolle spielt

Für Weine der Neuen Welt ist die Traube wichtiger als das Terroir. Winzer machen nicht nur Assemblagen unterschiedlicher Rebsorten, sondern auch Weine aus verschiedenen Regionen.

Einst waren sie Kolonien europäischer Herrscher und Staaten, die Länder der Neuen Welt, zu der wir heute vor allem Nord- und Südamerika sowie Australien und Südafrika zählen. Die Kolonialherren brachten ihre Sitten und Bräuche aus der Alten Welt mit und führten sie in ihren Kolonien ein. Unter anderem den Weinbau. Die spanischen Conquistadores bauten schon Mitte des 16. Jahrhunderts Reben in Mexiko an, als sie das Land eroberten. Sie brauchten Wein für das Abendmahl. Nachdem die Reblaus Ende des 19. Jahrhunderts die Rebstöcke in vielen europäischen Gebieten grossflächig vernichtet hatte, wanderten unzählige Winzer in die Neue Welt aus und perfektionierten dort den Weinbau. Seither fordern südamerikanische, kalifornische, australische und südafrikanische Winzer mit ihren Spitzenweinen die Europäer heraus, speziell die Franzosen. Typisch für den Weinbau in der Neuen Welt ist, dass das Terroir, also das Anbaugebiet, weniger wichtig ist als die Rebsorte. Deshalb ist «fruchtbetont» so charakteristisch für viele Weine aus Nord- und Südamerika, Australien sowie Südafrika. Oft verschneiden die Winzer Weine aus verschiedenen Regionen oder unterschiedlichen Rebsorten, um besonders komplexe Tropfen zu produzieren.

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